"Eins steht fest: ein Eichbaum", das prangt an jeder der froschgrünen bis schwulroten Etiketten dieses Gebräus. Von dem Stuhlgang am nächsten Morgen kann man das nicht behaupten. Sowieso scheint es unerklärlich, dass sich dieses Bier in der oberen Region von Baden-Württemberg überhaupt verkauft. Um den Geschmack zu beschreiben, muss man eine kleine Metapher anführen. "Man stelle sich vor man nehme ein leckeres kühles Warsteiner, öffne es und stelle es dann zwei Stunden auf eine Heizung." Dann hat man ungefähr den Geschmack, der dieses Bier so unbeschreiblich macht. Es drängt sich auch schnell der Verdacht auf, dass sie tatsächlich Eichen beim Brauen verwenden, da der Abgang eher pelzig ist, gefolgt von Schüttelfrost. Geht man aber auf die Internetseite, erfährt man, dass der Name von dem Gründer der Brauerei stammt. Jean du Chêne hieß der gute Mann und es fällt einem wie Schuppen von den Augen: Franzosen können halt kein Bier brauen. Wegen Mangel an Alternativen ist der hochmotivierte BWL-Student in Mannheim leider Gottes fast dazu gezwungen sich dieses Zeug hinter die Binde zu kippen, da auf Parties meist kein anderes Bier ausgeschenkt wird (nach dem Motto: "support your local dealer"). Dem Bier muss man aber auch zugute halten, dass man sich nach zwei Jahren an den Geschmack gewöhnt hat und dann tatsächlich in der Lage ist, ohne weitere Komplikationen das Zeug zu trinken. Im Sommer ist ein kühles Blondes dieser Art fast sogar lecker. Außerden ist die Produktpalette riesig. Bei der Werbung sparen sie dafür und nehmen seltsam aussehende Schauspieler, die uns weismachen wollen dass sie die Plörre tatsächlich trinken. Außerdem brüstet sich die Brauerrei damit, die In-Gläser in Hornform entwickelt zu haben. Als Fazit lässt sich festhalten: Wenn ihr kein Interesse habt, euch zwei Jahre lang zu quälen, solltet ihr auf dieses Bier verzichten.
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