Jugend braucht Vorbilder. Dachte man sich auch bei Tuborg, und so klatschte man den 'durstigen Mann' auf die Bütte. Doch vorsicht! Der rührige Titel sollte nicht über die Tatsachen hinwegtäuschen! Der 'durstige Mann' ist ein fetter, ekliger Klumpen, der sich an einem Berg mit einem Taschentuch die verschwitzte Stirn reibt, während er sich an eine Holzbaracke lehnt, die völlig sinnlos und nutzlos am Wegesrand steht. Und so wird jeder Tuborg-Fan enden, denn Tuborg macht süchtig! Die erste Dose schmeckt noch etwas eigenartig, viel zu alkoholig, wie Veltins, das drei Tage in der Sonne stand. Doch schon bei der zweiten Dose relativiert sich der Eindruck und bei der dritten - perfekt gekühlten - Dose akzeptiert man sein Schicksal. Ja. Ich bin der dicke, durstige Mann. Tuborg befiehl, ich folge dir! Einen Bonuspunkt möchte ich für den Zisch beim Öffnen der Dose vergeben. Auch wenn mich Markus nur dumm ausgelacht hat, als ich ihm (bei jeder Dose auf's neue) den wunderbaren Sound beim Öffnen präsentiert habe. Man kann das schlecht beschreiben, man muss es erleben. Während andere Fabrikate sich lustlos aufzischen und mit einem dezenten 'Pffhhtt' offen sind, fühlt man beim Tuborg förmlich: Da will einer raus! Klack! Ist die Dose auf... Richtig spritzig und dynamisch klingt das Metall beim Öffnen und ja, ich weiß wie bescheuert sich das jetzt anhört. Aber beim Durchdrücken des Verschlusses steigt die Vorfreude bereits in ungeahnte Höhen. Wie gesagt, kalt musses sein. Dann entfacht es im Gaumen ein Feuer der alkoholischen Glückseligkeit. Recht unspektakulär, ohne besondere Würze verschwindet es im Schlund, aber irgendwie freut man sich schon wieder auf's nächste. Lecker, lecker. Und das Cover spornt unheimlich an. Kill your idols! Tuborg!
[sk]