Er wird dich kriegen!
Guckt sie euch an. Schrecklich.
Mythos oder einfach nur Ärgernis? Wer sind diese Menschen mit den klitzekleinen Fingern, diesen menschenverachtenden Brillen und dem arroganten Blick? Sie nennen sich 'Uhrmacher'. Oder 'Präzisionstechniker'. Oder 'Schraubenkünstler'. Und sie kennen nur ein Ziel: Die Menschen psychisch zu terrorisieren!
Wie stellt sich das Uhrmacherhandwerk vor? Dazu ein Zitat: "Für Reparatur und Wartung ist umfassendes Know-how in Elektronik und weiteren aktuellen Technologien erforderlich. Dazu eine ruhige Hand und Geduld für die Präzisionsarbeiten an winzig kleinen Rädchen, Spiralen und Hebelchen. Da geht es oft um Haaresbreiten. Turmuhren bieten etwas mehr Platz, erfordern aber ebenso viel Präzision bei Wartung und Reparatur. Die meiste Zeit verbringt der Uhrmacher jedoch an seinem Werktisch, an dem er alleine und selbständig die Fertigkeiten in Feinmechanik, Werkstoffbearbeitung in die Tat umsetzt." Da wird schon deutlich, was das für ein schrulliges Gesindel ist.
Wie sieht er nun aus, der klassische Uhrmacher? Warum ist er so geworden, wie er ist? Sprittwoch.de blickt hinter die kühle Fassade und analysiert den Menschen im Uhrmacher.
In der Schule war der Uhrmacher eher unscheinbar. Er war der kleine Dürre mit der Brille, damals allerdings noch eine mit ganz kleinen, runden Gläsern. Statt einem ordinären Schulranzen oder einem normalen Rucksack trug er stets eine gut verarbeitete Ledertasche bei sich. Seine Noten waren gut, besonders in Geschichte und Deutsch. Freunde hatte er kaum. Stattdessen wurde er oft wegen seiner Andersartigkeit gehänselt und verkloppt.
Und weil er in der Schule immer nur verkloppt wurde, will er es der Welt heute heimzahlen. Deshalb hat er sich zunächst eine neue Brille gekauft. Breitere Gläser, dafür aber nicht so hoch. Und der alte Klugscheißer trägt sie auf dem untersten Ende der Nasenspitze, damit er richtig arrogant über sie hinweg auf andere Menschen schauen kann und sich in der nächsten Sekunde wieder seiner Uhrenfummelei zu widmen, ohne die Brille zu verrücken. Das scheint praktisch, doch wer schon mit einem Uhrmacher geredet hat, weiß: diese Brille ist im Umgang mit Menschen eine Katastrophe!
Tools of the trade
Doch der Uhrmacher hat noch mehr auf Lager. Für seine fummeligen Finger hat er sich extra Spezialwerkzeug zugelegt. Kleine Zangen und Schraubenzieherchen, die kein Normalsterblicher bedienen kann. Aber er, ER kann es! Und das will er damit auch ausdrücken. Guckt mich an, früher habt ihr mich verkloppt, heute braucht ihr mich, bruaahaaha!!! Ihr seid von mir abhängig, und jetzt lass ich euch zappeln! Uhrmacher sind widerliche Kreaturen, man kann sie nur hassen.
Faszinierend ist auch ihr ausgeprägter Hass auf alles Neue, Moderne. Sie sind sehr traditionsbedacht, verspotten das digitale Zeitalter und verteufeln alles, was mit neuen Technologien zusammenhängt. So präsentiert sich ein Uhrmacher im Internet nicht etwa, um seinen Gewinn zu maximieren, sondern lediglich um "Informationen über Uhren, Schmuck und Juwelen im Internet für jedermann bereitzustellen". Schließlich kann man die Qualität einer Uhr nur vor Ort beurteilen, wenn man das gute Stück in den Händen hält. "Neben dem Preis muß eben auch die Qualität eines Produktes stimmen, diese können Sie nicht auf der 'Mattscheibe' oder an den Hochglanz-Bildchen eines Katalogs beurteilen!" Ächtz!
Fazit: 'Uhrmacher' ist keine Berufsbezeichnung, 'Uhrmacher' ist eine Beleidigung!
Filigrane Techniker?
Niemand geht freiwillig zum Uhrmacher. Oder gar gerne. Ein Besuch beim Uhrmacher gehört aber leider zum tristen Alltag dazu. Da viele - besonders unsere jüngeren Besucher - nicht wissen, was sie erwartet, möchten wir den Ablauf hier mal ein wenig skizzieren. Uhrmacherbesuche laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Wer aber unseren aufklärenden Artikel aufmerksam liest und die Tipps verinnerlicht, der hat bei seinem nächsten Uhrmachertermin nichts mehr zu befürchten.
Kunde: [Tritt ein, die ekelhaften Glöckchen an der Tür geben Laut.]
Uhrmacher: [in seine Arbeit vertieft]
Kunde: [Hustet dezent]
Uhrmacher: [keine Reaktion]
Kunde: "Entschuldigung?"
Uhrmacher (unfreundlich): "Einen Moment..."
Kunde: "Hm, hm, hm..."
Uhrmacher: [brummt genervt]
Kunde (guckt sich im Laden um, heuchelt Interesse an den totlangweiligen Uhren): "Da haben Sie aber eine schöne Kuckucksuhr da vorne..."
Uhrmacher: "Die ist aus dem Jahre bla bla bla..."
Monolog. Er brabbelt unerträglich langweiliges Zeug von seinem Vater, von dem er den Laden übernommen hat, seiner ersten Uhr, die noch heute funktioniert und die er seinem Sohn zu seinem 18. Geburtstag schenken will, usw... Tooootlangweilig.
Uhrmacher: "So etwas wird heute gar nicht mehr hergestellt." [brummt wieder vor sich hin]
"Die heutige Generation legt keinen Wert mehr auf Qualität. Stattdessen kaufen alle diesen billigen Schnickschnack aus Fernost."
Er grinst den Kunden zufrieden an, wohlwissend, dass dieser auch ein Billigfabrikat aus Fernost trägt.
Uhrmacher: "Na, was haben wir denn für ein Problem?"
Das Eis scheint gebrochen...
Kunde: "Sie ist mir hingefallen, seitdem läuft der Sekundenzeiger nicht mehr..."
Uhrmacher: "Aha! Ja, das hab ich mir doch gleich gedacht."
Er nimmt die Uhr und hält sie hoch. So hoch, dass er seinen Kopf weit nach hinten kippen muss, um die Uhr durch seine viel zu tief sitzende Brille betrachten zu können. Dabei hat er den Mund halb geöffnet und macht Atemgeräusche wie ein asthmatischer Seebär.
Er senkt den Kopf, macht eine wichtige Pause und hebt ihn wieder leicht an, damit er den Kunden wieder über seine Brillengläser hinweg anschauen kann.
Uhrmacher: "Das wird aber nicht billig."
Kunde: "Hm. Wieso, was ist denn kaputt?"
Uhrmacher: "Das Problem hatte ich schon öfters mit diesen billigen Uhren. Wahrscheinlich muss ich bla bla bla..."
Monolog. Oh Gott! Er erläutert wirklich in allen uninteressanten Details, wie er der Uhr zu Leibe rücken will! Welche Schräubchen von welchen Rädchen verdeckt werden, an welchen Stellen er wegen der feinen Mechanik sehr vorsichtig mit seinem Spezialwerkzeug umgehen muss, und wieso das Ziffernblatt eigentlich scheiße ist. Hallo, Mr. Uhrmacher! Laaaaaaaaangweilig!!!
Kunde: "Und was würde das konkret kosten?"
Uhrmacher: "So genau kann ich das natürlich noch nicht sagen, bevor ich die Uhr aufgeschraubt habe. Aber es wird wahrscheinlich so um die 40 Euro kosten."
Kunde: "Ich weiß nicht, ob sich das lohnt. Vielleicht kauf ich mir einfach ne neue. Diese ist ja auch schon recht alt..."
Uhrmacher: "Sind Sie verrückt? Die ist doch noch gut! Aber das ist typisch. Die Leute behandeln ihre Uhren nicht mehr mit Respekt. Was nicht mehr richtig funktioniert, schmeißt die Konsumgesellschaft sofort weg! Dabei kann man die mit ein paar kleinen Handgriffen wieder hinbekommen."
Er senkt wieder den Kopf und starrt auf die Uhr. Er malt sich gerade das Schicksal der unschuldigen Uhr aus, die beim Kunden zuhause auf dem Müll zu landen droht. Er atmet schwer. Dann starrt er den Kunden wieder über seine unerträgliche Brille hinweg an. Das Uhrmacherherz beginnt zu ticken.
Uhrmacher: "Ich könnte Ihnen vielleicht ein besonderes Angebot machen." [atmet sehr schwer]
"Sagen wir 30 Euro? Aber mehr kann ich echt nicht machen."
Kunde: "Hm. Naja. Äh. Das ist aber immer noch ne Menge Geld."
Uhrmacher: "20 Euro! Das ist ja nun doch eine sehr schöne Uhr. Wäre ja schade, wenn Sie die wegschmeißen."
Kunde: "Na gut. Wann kann ich sie wieder abholen"
Uhrmacher (seine Augen beginnen zu glitzern): "Ich mach mich sofort an die Arbeit! Sie können das gute Stück morgen früh abholen!"
Er freut sich wie ein Kind. Er strahlt über beide Ohren und greift sofort zu seinen kleinen Schraubenzieherchen und wackelt mit dem Kopf, als wüsste er vor lauter Freude nicht, wo er anfangen soll. So viel schöne Arbeit an einer vergammelten Uhr!
Kunde: "Also gut, dann komm ich morgen so gegen zwölf vorbei."
Uhrmacher (schnaubt lustig): "Ja ja, ich fange sofort an! Bis morgen! Sie werden es nicht bereuen!"
Die abartigen Glöckchen begleiten den Kunden im Hinausgehen. Der Irre bleibt zurück, klemmt sich die beknackte Lupe in die Pupille und beginnt abstoßend an der Uhr rumzufummeln.
Oder kranke Hobbytüftler?
Gescheiterte Existenzen...
| Die sind völlig in Ordnung! | ![]() | 59 | 34.3% |
| Uhrmacher? Ich HASSE sie!! Mit ihren klitzekleinen Fingern und dieser abartigen Brille. Widerlich!!! | ![]() | 98 | 57% |
| Mir egal, solang sie ihre Arbeit gut machen und die Fresse halten. | ![]() | 15 | 8.7% |
| abgegebene Stimmen: | 172 | 100.0% | |