Wie die meisten sinnvollen Entdeckungen und Erfindungen wurde auch der Sprittwoch aus einer puren Not heraus geboren. Als die Studenten Markus Gasper und Stefan Kiesler sich im Oktober 1999 anschickten, Dortmunder Wohnheime zu besiedeln, wurde der triste Arbeitsalltag schnell langweilig. Also suchten sie 'Entertainment', 'Amusement': Bier, Flips und Videos!
![]() | |
| Markus Gasper, der anarcho-sozialistische Antichrist | |
![]() | |
| Stefan Kiesler, hier noch mit stylischer 'Tribute-to-Knode'-Frisur | |
Das Konzept war ebenso simpel wie revolutionär. Zwei Männer mit einem Faible für schlechte Filme, billiges Bier und ungesunde Snacks setzen sich in einen Raum, glotzen Filmklassiker mit unsterblichen Legenden wie Didi Hallervorden oder Mike Krüger, lassen sich dabei volllaufen und werden immer fetter.
Das mag für Außenstehende etwas ärmlich oder gar deprimierend klingen, aber echte Sauerländer haben Spaß an sowas. Anfangs bot sich der Mittwoch für dieses Vorhaben an, da beide am Donnerstag etwas später raus mussten. Und so wurde der Mittwoch zum festen Termin glückseliger Orgien mit Bier, Snacks und schlechten Filmen - der Sprittwoch war geboren. Seitdem genießt der Sprittwoch eine besondere Priorität bei der Gestaltung des Stundenplans, da man natürlich versucht, sich den Donnerstag morgens frei zu halten.
Und der Sprittwoch breitet sich aus! Mit dem Zuzug des freischaffenden Künstlerzausels Jens Scheiwe, dem der Tag-Nacht-Rythmus des Standard-Deutschen ziemlich am Arsch vorbeigeht, und dem GEMA-Praktikanten Andreas Imig, für den die Arbeit beim Feind dank täglicher Betriebsfeiern und Vollversammlungen wie eine einzige Party scheint, haben die Gründungsväter die Zahl der Anhänger in kürzester Zeit verdoppelt!
Es hat sich herausgestellt, dass sich durch den wöchentlichen Genuss bewusstseinserweiternder Tränke unter braven, fleißigen Studenten eine Subkultur entwickelt, die den ganzen Alltag des Individuums verändert (verbessert). Der Verstand löst sich von weltlichen Problemen wie "Hoffentlich schaff ich die Klausur.", "Was gibt's morgen zu essen?" oder "Wie werde ich nur diesen ekelhaften Ausschlag los?". Der Sprittologe erkennt, dass seine irdische Existenz nur eine Station seines universellen, spirituellen Lebens ist.
Um frühzeitig willenlosen Nachwuchs an unsere Religion heranzuführen, wurde die Jugendorganisation "Die zugedröhnten Marshals" gegründet. Detaillierte Infos dazu gibt's hier.
![]() | |
| Das Symbol der Bewegung | |
Unsere Kollegen von markusgasper.de stellten uns folgendes Interview mit Gründungsvater Markus Gasper zur Verfügung. Markus Gasper äußerte sich darin zu den Hintergründen der Sprittwoch-Bewegung und den Ideologien, die hinter 'Sprittology' stecken. Lesen Sie selbst:
markusgasper.de: "Herr Gasper, Sie sind sozusagen das Alpha, der Anfang der Sprittwochbewegung, spiritueller Führer, Messias des Bieres, der Flipse und des Videokonsums. Sie haben Erfahrungen gemacht, diese drei Komponenten zusammenzuführen, und das ausgerechnet an einem so seltsamen Wochentag wie dem Mittwoch. Was verstehen Sie hauptsächlich unter dem Begriff Sprittwoch?"
Markus Gasper: "Es geht uns vor allem darum, etwas für die Gemeinschaft zu tun. Ich sage wir, denn ich fühle mich keineswegs als unfehlbarer Messias (lächelt bescheiden), sondern empfinde die internationale Sprittwochcommunity quasi als neue Love Nation, als Alternative zur Technobewegung und dem ganzen faschistoiden Scientologykram. Es geht mir darum, die Jugendlichen mal einen Tag in der Woche von der Straße zu holen und ihnen einen anderen Weg aufzuzeigen als Gewalt und Drogen."
markusgasper.de: "Videos, Flipse und Bier?"
Markus Gasper: "Exakt! Ich stelle das, was bisher nur am Rande der Gesellschaft geduldet war, in das Zentrum einer neuen, einer idealeren Gesellschaft. Der Tag Mittwoch ist natürlich provokativ und bewußt gewählt worden. Er sagt den Jugendlichen: 'Löst Euch von den abendländischen Fesseln des christlicherseits aufgezwungenen Wochenendes!' So eine Message kommt bei jungen Menschen natürlich gut an!"
markusgasper.de: "Das klingt beinahe religiös motiviert. Hat der Geist der Sprittwochbewegung gar einen religiösen Kern?"
Markus Gasper: "Es ist nicht so, daß wir beten würden oder so was. Aber nach dem fünften Bier etwa fühlt man sich durchaus 'erleuchtet'. Und ich meine das jetzt nicht im Sinne von 'betrunken'! Die Welt da draußen, die Welt, die den Sprittwoch nicht kennt, die ist betrunken! SIE lallt und torkelt und kotzt die Toilette voll, nicht wir von der SW-Community!"
markusgasper.de: "Interessante philosophische Einblicke in die Welt der Bewegung. Wieviele Menschen bekennen sich denn bereits zum Sprittwoch?"
Markus Gasper: "Genaue Angaben zu machen wäre Unfug, dazu ist das Wachstum zu unberechenbar. Wir rechnen aber damit, daß etwas weniger als 1% der Bevölkerung des europäischen Festlandes SW-devot sind. Es gibt viele Mitläufer, aber sie sind nicht wirklich praktizierende SWler, d.h. sie kennen sich mit den Gebräuchen kaum aus."
markusgasper.de: "Was erwartet uns in der Zukunft von der Sprittwochbewegung?"
Markus Gasper: "Sie können mit vielen Neuerungen rechnen, z.B. progressivem Beer-Sharing, einem nagelneuen Snacklisting, das unter anderem auch Ocean Snacks und Adventskalender beinhaltet und listenweise neue Videofreigaben des Ältestenrates. Außerdem werden wir tüchtig die Werbetrommel rühren und unsere offizielle Internetplattform sprittwoch.de auf globaler Ebene promoten!"
markusgasper.de: "Das hört sich sehr interessant an. Danke Ihnen für das Gespräch."
Markus Gasper: "Ich danke Ihnen, Sie Arsch!"
Das Gespräch wurde geführt von M. Jon Gubbard im Auftrag von markusgasper.de!