Soso, heute sollte ich also Markus' neue Ranzbude sehen. Mein Problem: Ich habe keinen Orientierungssinn. Ich ließ mir den Weg vorher von Markus beschreiben. Als ich dann Scheiwe anrief, um zu fragen, ob er heute auch einen mithebe, fragte ich ihn ebenfalls nochmal nach dem Weg. Letztendlich blieb mir aber nur die letzte Straßenbahnhaltestelle im Gedächtnis, und Markus sein Satz: "Wenn de da bist, ruf einfach nochmal an."
Leider ist Markus bei O2.
Also rief ich, nachdem ich auf Anhieb den falschen Ausgang der Haltestelle benutzt hatte, mal wieder bei Jens an (Für die, die O2 nicht kennen: Das ist da, wo man anruft und der Empfänger ist NIE erreichbar, auch wenn er sich gerade in seiner 'Homezone' genüsslich die Eier schaukelt.). Jens war - zu Recht - etwas amüsiert und versuchte, mir nochmal den Weg zu beschreiben. Ich stand direkt vor einem Stadtplan, auf dem fett ein "Ihr Standort" markiert war, ich sah die Straße, nur vermochte mein Hirn keine Verbindung zwischen diesen beiden herzustellen. Als ich nochmal zurück ging und den anderen Ausgang benutzte (der auch schon wie Gaspers Straße hieß, aua), fand ich sein neues Domizil aber recht fix.
Wow! Dieser 30 m²-Tempel stellte all meine Erwartungen, die ich in sein neues Sprittloch hatte, in den Schatten. Das wird Monate dauern, das so richtig schön zuzusiffen. Perfekte Lage. Quasi direkt gegenüber eine Trinkhalle, an der wir unser eiskaltes EM-Veltins organisierten, und dann ging's los. Naja fast, erstmal mussten wir das stundenlange Expertengeseiere über uns ergehen lassen, und Zappen gestaltete sich bei sagenhaften 3 TV-Sendern eher schwierig. Dafür glänzte Markus ohne Vorwarnung mit einer Wortkreation, bei der mir ja fast das Bier aus dem Gesicht fiel. Ich versuchte, ihn für eine Fernsehserie namens "Hulk" zu sensibilisieren, indem ich begeistert von einer Folge erzählte, in der der Hulk einer Jugendlichen bei ihrem Alkoholproblem helfen wollte. Und dank meiner heuschnupfenpolypenverseuchten nasalen Aussprache kam etwa folgendes bei Markus an: "Hulk... blabla... Alkohol... blabla Hulk.... ohol.... HULKOHOL!" Mittwoch, Sprittwoch... Alkohol, Hulkohol... Der Mann ist nicht zu stoppen! Hulkohol, super! Das liest sich jetzt vielleicht nicht so, aber wenn man's live hört, nicht damit rechnet und schon etwas Spritt intus hat: spitze.
Markus' Bassprofessor, Niko, schaute zwischendurch kurz vorbei. Er gehe gleich zu irgendeiner Menschenansammlung, wo das Spiel öffentlich übertragen werde. Wir wägten ab: Fußmarsch, evtl. schlechte Biernachschubmöglichkeiten, ungewisse Pinkelmöglichkeiten... Wir blieben in unseren Furzmulden. Dann guckten wir das Spiel, das unsere Turniermannschaft eigentlich mit 2:1 hätte gewinnen müssen, wenn sie nicht so nervös gewesen wäre. Tja, so waren das beste am ganzen Spiel mal wieder Netzer und Delling, das lustig turtelnde Fußballpärchen, dass sich gegenseitig mal wieder höchst respektvoll demontierte. In der Halbzeit mussten wir unsere zu knapp bemessenen Vorräte aufstocken, was aber angesichts der schönen Lage nahe der Trinkhalle kein Problem war. Nach dem Spiel wagte Niko nochmal einen Fuß in die Bude, dann lösten wir diesen kleinen aber feinen Sprittwoch auf.
[sk]