Da war er also endlich, jener lang erwartete Sprittwoch der uns aus der Hölle der YumYum Suppen und ähnlicher ebenso Geschmack wie nährstofflosen Behelfsnahrungsmitteln befreien sollte. Nachdem Manni es wiederholt verpeilt hatte uns zu besuchen und den Herd anzuschließen fragten wir schlussendlich doch Hatti ob er diese ehrenvolle Aufgabe !u!bernehmen wolle. Wie Hatti halt so ist sagte er ja, und machte so unsere Herzen frohlockend.
Gegen 17:30 ließ ich mich von Nils im HDZ abholen und wir machten uns über die wie immer verstopfte A40 in Richtung essen auf, um dort jenen Ritter der selbstzubereiteten Nahrungsmittel einzusammeln. Natürlich kamen wir ne halbe Stunde zu später, aber dafür sind wir ja bekannt. Wir fanden Hatti etwas verfroren an der BP Tanke, sammelten ihn auf und ergötzen uns nunmehr zu zweit über Nils regelmäßige Wutausbrüche beim Autofahren.
Gegen 19:00 trafen wir beim Walmart ein um uns dort massiv mit Fleisch einzudecken. Nach einer knappen Stunde wovon wir etwa 80% mit dem Suchen nach versteckten Gütern verbrachten, verließen wir diesen Ort des Konsumterrors und traten die nächste Etappe an. Natürlich waren wir mal wieder null vorbereitet, also mussten erst ein Küchenschrank sowie ein Ceranfeld auf die Installation vorbereitet werden. Begleitet wurden unseren stümperhaften Versuche von wertvollen Hinweisen bezüglich einer effizienteren Arbeit von Seiten Hatti und Mareen. Etwa 1 ½ Stunden nach der ursprünglichen ETA war das Werk vollbracht, und ich stürzte mich voller Vorfreude auf die Steaks.
Es ist schon etwas besonderes wenn man nach einem Monat voll von Mensaessen, Raviolidosen und Instantsuppen mal wieder etwas echtes zu essen bekommt. Hatti wird von uns bei Gelegenheit mal eine kleine Statue bekommen, die künftige Generationen an den Erlöser erinnern soll. Nachdem die Fleischeslust aller befriedigt war gingen wir vom Begleittrinken zum Vollzeittrinken über. Wir verzogen uns in mein Zimmer drehten die Musik auf ein Level das unnötige Gespräche gar nicht erst zuließ und begannen uns zuzuschütten. Nach und Nach trafen diverse Gestalten ein um sich an dem Event zu beteiligen. Der Held des Abends musste uns leider gegen 23:45 verlassen, um seine Bahn nach Essen zu bekommen. Wir waren natürlich irritiert von der Tatsache, dass jemand wirklich morgens Aufstehen muss um irgendeiner Form von Arbeit nachzugehen.
Wir tranken noch etwa 2h weiter bevor ich mich von der Masse breitschlagen ließ doch noch mit ins Spirit zu kommen. Zusammen mit Mareen, Feli, Martin und Andreas bewegte ich abermals meine müden Knochen in mein persönliches "house of the rising sun". Wie zu erwarten war es dort recht leer, und die Stimmung war auf einem etwas mäßigen Niveau. Ich machte die erste Karte mit Whisky Cola voll um mich sogleich der Zweiten zu widmen. Hierfür stieg ich dann allerdings auf Gerstensaft um. Mareen hatte sichtlich Spaß bei der EBM Mucke mit der Mimi uns "erfreute". Ich dagegen konzentrierte mich eher darauf meine Laune in den Keller zu bringen, um eine Rechtfertigung für ein erneutes Besäufnis zu haben. Mein Plan ging auf, ich wurde voller und voller und hatte dann auch noch Spaß. Warum weiß ich zwar nicht, ich denke es lag daran weil mein Gehirn es aufgab mir mitteilen zu wollen das eigentlich alles Scheiße war.
Ein wenig später machte ein total besoffener Skaten & Bitches Fuzzi durch seine unkoordinierte Rumhampelei auf sich aufmerksam, er hampelte jedoch nicht lange, nachdem er Mareen mehrfach anrempelte rumschubste anpöbelte und beim Moschen störte fand ich auch noch eine Beschäftigung darin diesen jungen Zeitgenossen in seine Schranken zu weisen. Eigentlich passierte nichts, trotzdem befand es das "freundliche" Personal dieses hochkarätigen Amüsiertempels für nötig mich zum Gehen aufzufordern. Nach einer kurzen Diskussion wurde mir zwar auch die Option eröffnet weiterzufeiern, zwei volle Karten, die fortgeschrittene Uhrzeit sowie die beraus übeschissene Musik ließen mich jedoch dankend Ablehnen. Immerhin wurde mir nicht die übliche Behandlung des Spirits zu teil, folglich fühlte ich keinen Groll und freue mich schon auf den nächsten Abend an dem es wieder mal keine Alternative (fällt mir schwer zu sagen was eigentlich keine Alternative zu diesem Laden wäre, allein zu Hause die Wände anstarren ist auch toll) zum Spirit gibt.
Nach einem überaus kurzen, ereignislosen aber dafür saukalten Heimweg kamen Mareen und ich dann gegen 05:00 zu Hause an. Irgendwann gegen 6:30 schlief ich dann ein, träumte von dem Herd der uns das Wunder des unsichtbaren Feuers gebracht hatte, saftigen Steaks, und meiner nicht minder appetitlichen Freundin.
Eine Anmerkung muss ich allerdings noch loswerden:
Ich hoffe dass die momentan eingerissene Spaltung des Sprittwochs in einen Nord- und einen Südteil kein persistenter Zustand ist. Sicherlich haben sich Toni in letzter Zeit auch mal vor dem beschwerlichen Weg bei Eiseskälte gedrückt, trotzdem halte ich ein gemeinsames Spritten für angebracht und notwendig.
[tf]